El Call in Girona ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen jüdischen Viertel Europas, ein Labyrinth aus engen, steilen Gassen rund um die Carrer de la Força. In seinem Herzen befindet sich das Museum für Jüdische Geschichte, das in einem Gebäude untergebracht ist, das einst eine Synagoge aus dem 15. Jahrhundert beherbergte und heute anschaulich die Geschichte der jüdischen Gemeinden Kataloniens erzählt. Die Exponate zeugen von ihren bedeutenden Beiträgen zur Medizin, Astronomie und Philosophie, thematisieren aber auch dunklere Kapitel wie die Inquisition und die Vertreibung im Jahr 1492. Zu den Höhepunkten zählen ein Mikwe (Ritualbad) aus dem 11. Jahrhundert, Grabplatten mit hebräischen Inschriften und das Original des Vertreibungsedikts. Ausführliche mehrsprachige Tafeln führen die Besucher durch Themen wie Alltag, Rituale und kultureller Austausch.
Auch außerhalb des Museums ist das Viertel selbst von Geschichte durchdrungen. Bei einem Spaziergang durch die gepflasterten Gassen spürt man die Widerstandsfähigkeit einer Gemeinschaft, die Girona über Jahrhunderte geprägt hat.
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