Tunis offenbart sein kulturelles Erbe durch eine Reihe wunderschön erhaltener Madāris, die jeweils Zeugen jahrhundertelanger intellektueller Bestrebungen sind. Über 20 Madāris sind über die Medina von Tunis verteilt, einige davon sind sieben Jahrhunderte alt. Die Rolle, die diese Madāris spielten, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.
Die Madrasa Slimania, gegründet vom Herrscher Ali Pascha im 18. Jahrhundert, besticht durch ihre reich verzierte Gebetshalle und den erhöhten Eingang. Wo einst Studenten in Kammern untergebracht waren, arbeiten heute Mediziner unter denselben Gewölbedecken.
In der Nähe hat sich die Madrasa El Bachia von einer Koranschule zu einer Handwerkswerkstatt gewandelt, deren Brunnen im Innenhof zwar still ist, deren kreativer Geist jedoch weiterlebt.
Die Madrasa Palmier (oder Madrasa Ennakhla) behält ihren ursprünglichen Zweck als Zentrum für Koranstudien bei, und die namensgebende Palme spendet noch immer Schatten auf den Innenhof hinter den imposanten, mit Nieten verzierten Türen.
Die El Khaldounia hingegen stellt eine Brücke zwischen Tradition und Moderne dar. Diese 1896 in der Nähe des Souk Al Attarine gegründete progressive Einrichtung dient heute als zweisprachige Bibliothek und würdigt das Vermächtnis des kritischen Denkens von Ibn Chaldūn.
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