Die Arabischen Bäder sind ein eindrucksvolles Beispiel für die romanische Architektur des 12. Jahrhunderts, die von römischen und islamischen Badetraditionen inspiriert wurde, aber nicht von ihnen erbaut wurde. Sie wurden während einer Zeit christlicher Herrschaft entworfen und dienten als öffentliche Bäder für die vielfältige mittelalterliche Gemeinschaft von Girona, wobei sie funktionale Elemente aus römischen Thermen, muslimischen Hammams und jüdischen Reinigungsritualen miteinander verbanden. Das Herzstück ist das Apodyterion (Umkleideraum), ein erhabener achteckiger Raum, der von einer Kuppel gekrönt und von schlanken Säulen getragen wird, in dessen Mitte sich ein Becken befindet, das das Licht von oben reflektiert.
Andere Räume – das Frigidarium (Kaltbad), das Tepidarium (Warmbad) und das mit einem Ofen beheizte Caldarium (Sauna) – zeugen von ausgeklügelter Wassertechnik. Trotz Beschädigungen während Belagerungen und späterer Nutzung durch Kapuzinerinnen wurden die Bäder im 20. Jahrhundert sorgfältig restauriert. Heute bieten sie einen ruhigen Einblick in das mittelalterliche Alltagsleben und den interkulturellen Austausch, der diese Epoche prägte.
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